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Pastorales

Die Gebote dem Wortlaut nach zu erfüllen, ist schon eine Leistung.

Und deshalb darf auch nicht der kleinste Buchstabe daran verändert

werden. Doch ist das Jesus zu wenig. Er lehrt uns, die Gebote auch

nach ihrem Sinn zu erfüllen und nennt dafür eine Vielzahl an Bei-

spielen. Ist das eine Überforderung? Ja, wenn ich die Gebote einfach

akzeptiere und nicht nach ihrem Sinn frage. Nein, wenn ich sie als

Einladung zu einem gelingenden, friedlichen und glücklichen Leben

begreife. Ich glaube, das mutet Jesus uns zu. Er verlangt keinen

billigen Gehorsam, sondern er möchte, dass wir seine Einladung

zum Leben verstehen. Die Gebote sind wichtig wie das Geländer

einer Brücke, damit wir nicht vom Weg abkommen und in die Tiefe

stürzen; sie sind aber noch nicht der Weg selbst. Der Weg führt zu

Gott. Die Gebote sind Teil des Glaubens, doch der Glaube ist viel

mehr, ist die persönliche Beziehung zu Gott, die dann auch die Be-

ziehung zu den Menschen prägt. Wenn ich die Beziehung zu den

Menschen verletze, verletze ich auch die Beziehung zu Gott und

verletze die Beziehung zu mir selbst, weil ich mich mir selbst ent-

fremde. Ich bin nicht der Mensch, der ich sein könnte und der ich

nach Gottes Wunsch auch sein soll. Das geschieht immer wieder,

doch - und das ist Gottes Geschenk - so oft ich mich auch verirre,

kann ich umkehren und darf sogar darauf vertrauen, dass Gott

mir nachgeht und mit entgegenkommt.

(Michael Cziba)